Notenständer im Eigenbau

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Meine Tochter hat sich geschworen mir das Leben zur Hölle zu machen. Daher gibt sie sich nun der Flötenmusik hin. Ich dachte sie pfeift da nur so ein paar Töne vor sich hin, aber nein, sie hat sich alleine einiges beigebracht. Die Noten und die Griffe gelernt und spielt schon einige Lieder. Als Test habe ich ihr die Noten von „Hohe Tannen“ ausgedruckt (kennt sie ja nicht) und Tatsache, sie hat es mit etwas Übung zumindest so gespielt, dass man es erkennt.

Nun hätte sie gerne einen Notenständer zum weiteren üben. „Papa, kannst Du so was nicht bauen?“ Könnte sie nicht einfach nach Ebay fragen? Aber, ick machet ja jerne.

Also, auf ging es.

Ich baue einen Notenständer.

Erster Grundsatz war ein Fuß, Höhenverstellung und eventuell neigbar. Letzteres habe ich verworfen, da ich es zeitlich sonst nicht mehr geschafft hätte.

Der Fuß

Ist recht einfach und besteht aus zwei Fichte-Leimholz-Platten. Die habe ich frei nach Geschmack zugesägt, verrundet und zusammen verleimt.

Die Höhenverstellung

habe ich mir im Netz abgeschaut. Zwei feste Rohre, die als Führung dienen und ein mittleres Rohr, welches sich verschieben und festklemmen lässt. Als Halterungen, habe ich Multiplex verwendet, da das deutlich stabiler als Leimholz ist. Ein Teil bekommt außen zwei Sacklöcher und steht fest auf den äußeren Ständern. Ein mittiges Durchgangsloch dient als Führung der verstellbaren Stange. Das zweite Teil ist genau umgedreht. Hier wird das mittlere Sackloch mit der verstellbaren Stange verbunden und die äußeren Durchgangslöcher dienen als Führung.

Fertig ist schon mal das Grundgestell.

Der Notenhefthalter

ist eigene Kreation und setzt sich aus fünf Leisten und ein paar VA-Stangen (3mm) zusammen. Drei kleine gleiche Leisten bestimmen die Höhe und je eine Leiste oben und unten dienen als Abschluss und Auflage für Notenhefte. Damit die Blätter oder Hefte besser  halten, hat die untere Leiste eine zusätzliche Vertiefung bekommen.

Damit nichts durchfällt, kommen zwischen den drei Leisten VA-Stangen. Die mittlere Leiste ist durchgebohrt und die äußeren haben Sacklöcher erhalten. Gut, wer eine Tischbohrmaschine sein Eigen nennen darf.

Wie gesagt sollte die Ablage erst noch in der Neigung verstellbar sein, aber….  Ideen hatte ich schon, nur hätte das wieder deutlich mehr Aufwand und vor allem Zeit gekostet. ich wollte aber unbedingt Sa Nacht fertig werden, damit ich den Sonntag nicht auch noch in der Werkstatt verbringe. Großen Dank nebenbei mal an meine Frau, die da sehr viel Zeitverlust duldet und meine Arbeiten auch noch gut findet. Sagt sie zumindest. 🙂

Es gab also keine Neigungsverstellung, sondern nur zwei verleimte Dreiecke mit einem passenden Loch für das VA-Rohr.

PS: Sollte mal jemand Erbarmen mit mir haben, ich säge noch immer mit Holzleiste als Anschlag, weil ich weder eine Tischkreissäge noch ein Schienensystem für meine Handkreissäge habe.

geschafft

Heute hat der Notenständer seine letzte Ölung bekommen (ganz ohne Sonntag ging es nun doch nicht) und ist einsatzbereit. Einen dicken Schmatzer der Tochter gab es gratis.

 

Über den Autor:

Ich - gelernter Zerspanungsmechaniker, Hausbauer, Heimwerker und Familienvater mit einer ausgeprägten Internetaffinität.

5 Gedanken zu „Notenständer im Eigenbau

  1. Sieht sehr schön aus. Tolles Geschenk – schöne Weihnachten und weitere solche schönen Projekte.

    Lieben Gruß aus dem Südschwarzwald

  2. ein Teil für die Ewigkeit ..haste Super hinbekommen.
    Und was ,wenn sie als nächstes jetze ne ..Band.. gründet ? 😀
    Besorg Dir dann mal schon paar gute Ohrenschützer !

  3. Ich finde es sehr gelungen, wie du Edelstahl mit Holz kombinierst. Sowohl von der Ästhetik, als auch von der Gesamtkonzeption. Ich weiß – du hast das gar nicht so geplant. Das Ergebnis ist rein zufällig so geworden… 😀

    Daß dein Notenständer keine Neigungsverstellung besitzt, ist absolut nicht von Nachteil. So ist der Notenständer viel stabiler. Mich hat bei den gekauften Teilen immer gestört, daß die Dinger gewackelt haben wie ein Kuhschwanz.

    Deiner Tochter wünsche ich viel Spaß beim Musizieren. Mit so einem Notenständer kann sie sich voll auf ihr Instrument konzentrieren. Und irgendwann willst du die Musik gar nicht mehr missen… 🙂

    1. Danke für die netten Worte.
      VA-Holz… wie kann man das planen? 🙂 Für mich ist das eine sehr passende und natürlich günstige Wahl. Als Metaller mag ich VA und habe auch die Möglichkeiten dazu. Holz hat dagegen den Vorteil, dass ich es zu Hause gut verarbeiten kann. Also alles rein egoistisch. 🙂

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