Reolink Go PT 4G Überwachungskamera Test – neu und exklusiv

Reolink Go PT 4G Überwachungskamera Test – neu und exklusiv

Test Überwachungskamera Reolink Go PT

Reolink Go PT 3G/4G LTE Überwachungskamera

4

Verarbeitungsqualität

5.0/5

Installation

5.0/5

App

4.5/5

Bildqualität

5.0/5

Preis

2.0/5

Smarthome

2.5/5

positiv

  • schnelle Installation
  • gute Verarbeitung
  • sehr hohe Bildqualität
  • gute Nachtsicht

negativ

  • sehr teuer
  • keine Verbindung zum Echo Show

Reolink erweitert sein Programm und bringt mit der Reolink Go PT eine neue, unabhängige und schwenkbare Überwachungskamera für den Außenbereich heraus. Als einer der wenigen auserwählten Tester durfte ich sie mir bereits vor der Veröffentlichung und dem Verkaufsstart ansehen. Vielen Dank dafür.


Reolink Go PT technische Daten

Spannungsversorgung9 V oder 5 V Micro-USB-B
AkkuLi-Ion 3,6 V 6500 mA
Kontakt4G LTE
WetterfestIP65
Auflösung1080p Full HD
SchwenkbereichVertikal 140°
Horizontal 355°
NachtsichtInfrarot
(Herstellerangaben)

Warum eine mobile 4G Überwachungskamera?

Anfänglich wollte ich kritisieren, dass der Betrieb ausschließlich per Funk-Netz und nicht per WLAN möglich ist. Ich musste jedoch feststellen, dass Reolink beide Varianten anbietet und man somit die freie Wahl hat.

Wo macht nun eine 4G-Überwachungskamera Sinn? Überall da, wo weder LAN noch WLAN zur Verfügung steht. Interessanter wird es dann noch, wenn der Akkubetrieb mit einem Solarpanel kombiniert wird. Jetzt arbeitet die Kamera absolut autark und könnte sogar auf dem Acker aufgestellt werden. Der vorrangige Nutzen wird aber sicher auf großen Grundstücken mit mangelnder WLAN-Abdeckung oder in Gartenlauben liegen.

Der erste Eindruck

Ein wenig erinnert die Go PT an eine Matroschka oder auch R2-D2. Sie muss also nicht zwingend, wie angegeben hängend montiert werden, sondern kann auch gut auf einem Regal stehen. Nicht so praktisch ist hierbei jedoch der gewölbte Boden, durch den sie sich stehend sehr leicht dreht.

Test Reolink Überwachungskamera
Sehr kompakt, abgerundet und wenig Angriffsflächen für Wind und Wetter.

Im Freien sollte sie auf jeden Fall hängend montiert werden, da sonst vermutlich Wasser in die Lautsprecherlöcher oder zwischen bewegliche Teile laufen kann. Testen möchte ich das natürlich nicht.

Öffnungen für die Stromversorgung, den Power-Schalter und die Karteneinschübe werden gut mit einem Verschluss aus Gummi geschützt. Und das ist auch wichtig, denn die Telefonkarte ist die einzige Möglichkeit mit der Kamera zu kommunizieren.

Wirkt qualitativ hochwertig

Insgesamt macht sie einen sehr soliden Eindruck und die geschwungene Form sorgt dafür, dass sie wenig Angriffsfläche für Wind und Wetter bietet. Interessant könnten jedoch die Verschraubungen im Boden werden. Die Schrauben sind tief versenkt und wird die Kamera hängend im Freien montiert, kann sich in den Senkungen das Wasser sammeln und dafür sorgen, dass die Schrauben rosten. Wobei ich eine Überwachungskamera (wenn möglich) immer unter einem Vordach und etwas geschützt montieren würde. Erforderlich soll es laut der Angabe von IP65 nicht sein.

Nebenbei läuft bei mir übrigens seit über einem Jahr eine Reolink Argus 2 völlig im Freien und wird lediglich durch das dazugehörige Solarpanel geschützt. Bisher war ihr Wetter und Regen egal.

Info: IP65 steht für Staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser aus einem beliebigen Winkel .

Etwas kurios wirkt bereits jetzt die schraubbare Antenne, welche deutlich größer als die Kamera ist. Eine Montage senkrecht nach oben wird vermutlich nur bei einer Wandmontage möglich sein. Unter einem Vordach wird sie eher stören.

Ein Ladekabel liegt zwar bei, ein Netzteil wird aber leider nicht mitgeliefert. Wobei ich das nicht so verbissen sehe. Schließlich dürfte jeder inzwischen einige im Haushalt haben und prädestiniert ist die Go PT für den unabhängigen Betrieb mittels Solarpanel.

Installation und Inbetriebnahme der Reolink Go PT

Das erste Einschalten der Go PT blieb ernüchternd – es tat sich nichts. Auch die Installationsversuche bleiben erfolglos. Wenn man nicht so neugierig wäre, sollte man die Hinweise zur Installation lesen! Ehe mit der Installation begonnen werden kann, muss die Überwachungskamera mit einer Speicher- und einer Telefonkarte bestückt werden.

Test Überwachungskamera Reolink Montage
Die Reolink Go PT soll ihren Platz unter meinem Vogelhaus beziehen, welches eigens für zwei andere Überwachungskameras gebaut wurde.

Bei der Speicherkarte wird eine Größe von 8 bis 16 GB und Class 10 oder höher empfohlen. Nach meinen Erfahrungen mit verschiedenen Überwachungskameras sind 8 GB ausreichend. Bei der Schreibgeschwindigkeit sollte man sich jedoch dem Markt anpassen und lieber zu schnelleren Varianten greifen.

Die passende Telefonkarte ergab sich der Zufall, da ich gerade meine GSM-Alarmanlage ausgemustert hatte und eine Prepaid-Karte übrig blieb. Diese läuft im Vodafone-Netz und beinhaltet eine 1 GB-Flatrate mit 21,6 Mbit/s im Download und 7,2 Mbit/s im Upload. Zusätzlich nutze ich eine weitere Telefonkarte aus dem O2-Netz

Test Überwachungskamera Reolink Montage
Wie man sieht, ist die Antenne bei der Montage unter einem Dach tatsächlich etwas hinderlich.

Reolink Kamera in der App

Die Einbindung der Kamera in die bereits genutzte App von Reolink funktioniert einfach und fehlerlos.

Nach einem Klick auf das Hinzufügen einer Kamera wird der QR-Code auf der Rückseite der Kamera eingescannt und sie baut im Hintergrund eine Verbindung zur Kamera auf. Nach der Eingabe eines neuen Passwortes und einer Kamerabezeichnung, ist diese bereits einsatzbereit. Einfacher geht es kaum.

Leider sind keine Kamerabezeichnungen mit Umlaute oder ß (wie außen) möglich. Das liegt vermutlich daran, dass die Daten durch das Internet geschickt werden.



Die Überwachungskamera Reolink Go PT im praktischen Test

Die Bildqualität

Die Angabe Full HD liest sich immer gut, sagt aber lediglich etwas über die Anzahl der Bildpunkte und nichts über die Qualität des Bildes aus. Auch ein komplett graues Bild kann HD sein, man erkennt dennoch nichts. Bei der Bildqualität bleibt demnach nur die eigene Einschätzung und die ist sehr gut.

Aufnahme am Tag

Selbst bei schlechtem Wetter werden die Farben satt und ohne Verfälschungen angezeigt. Auch die Verzerrung (Fischauge) zur Vergrößerung des Weitwinkels, hält sich in Grenzen.

Überwachungskamera Test Bildqualität Tag
Gute Farbwiedergabe auch bei trübem Wetter.

Aufnahme bei Nacht

Die Ausleuchtung bei Nacht kann sich mehr als sehen lassen und Objekte werden gut erkannt. Ich bin absolut begeistert. Eine ähnlich weite und gleichmäßige Ausleuchtung konnte ich bisher mit keiner Testkamera erreichen.

Überwachungskamera Test Bildqualität Nacht ohne Infrarot
Ohne IR-Beleuchtung
Überwachungskamera Test Bildqualität Nacht mit Infrarot
Mit IR-Beleuchtung

Man beachte hierbei, dass die erhellte Wand hinter den Autos über 18 m entfernt ist!

Die Alarmmeldungen

Bewegungen werden zuverlässig erkannt und Pushmeldungen sofort weitergeleitet. Allerdings musste ich aufgrund der teilweise großen Entfernung die Empfindlichkeit auf 100 % hochsetzen, was wiederum dazu führte, dass auch Tiere den Alarm auslösten. Mich persönlich stört das nicht, da eine Überwachungskamera nun mal keine Alarmanlage ist. Meine Kameras lösen auch keinen Alarm aus, sondern zeichnen Bewegungen auf, die ich bei Bedarf kontrolliere.

Der Emailversand hat leider nicht auf Anhieb geklappt. Zumindest wollte die Standard-Gmail-Einstellungen keine Mails verschicken. Mit einer alternativen und manuellen Server-Einstellung gab es dagegen keine Probleme. Hier kann man sich im Alarmfall ein Bild der Aufzeichnung schicken lassen.

Verbindung per 4G LTE

Der Hauptgrund sich ausgerechnet für die Reolink Go PT zu entscheiden, ist sicher die Verbindung über das Funknetz.

Was die Verbindung betrifft konnte ich tatsächlich keine Beeinträchtigungen feststellen. Im Schnitt dauerte es etwa 4 Sekunden bis der Stream geladen wurde. Zum Vergleich benötigt mein WLAN-Kamera von Reolink 3 Sekunden. Der Unterschied ist also kaum spürbar. Getestet wurde der Empfang im Vodafone- und im O2-Netz. Unterschiede gab es keine.

GSM Überwachungskamera Datenvolumen
Im Testzeitraum wurden lediglich 270 MB verbraucht.

Ins Stocken kommt die Go PT, wenn versucht wird, schnell nacheinander mehrere gespeicherte Videos abzurufen. Da ich dasselbe Problem aber auch mit der WLAN-Kamera habe (vermutlich Limit der Prozessorleistung), scheint das kein Handicap durch das Mobilfunknetz zu sein.

Im Testzeitraum von 2 Wochen mit teilweise extrem intensiver Nutzung, wurden 0,27 GB Datenvolumen verbraucht. Läuft die Reolink Go PT später ruhig im Hintergrund zur Überwachung, sollte ein monatliches Datenvolumen von 500 MB locker ausreichen. Die laufenden Kosten für einen kleinen Prepaid-Tarif halten sich somit in Grenzen.

Die Verzögerung der Liveübertragung liegt bei 1-2 Sekunden, was kaum einen Unterschied zu vergleichbaren WLAN-Kameras ausmacht. Störend ist das natürlich beim Schwenken der Kamera, da das Schwenksignal zwar übertragen, die Bewegung aber erst zeitverzögert sichtbar wird. Möchte man auf einen bestimmten Bereich schwenken, muss die Bewegung kurz aktiviert und etwas gewartet werden, wie weit die Überwachungskamera geschwenkt hat. Einen Vergleich zu einer schwenkbaren WLAN-Kamera habe ich leider nicht.

Reolink Go PT & Smarthome

Im Zuge der Zeit gehört es heute dazu, die Überwachungs- und Alarmtechnik smart zu machen, darauf muss man aufgrund der mobilen Datenübertragung leider verzichten.

Während das Bild einer Reolink WLAN-Kamera auf dem Echo-Show angezeigt wird, gelang es mir nicht die Go PT mit Alexa zu verbinden. Auch die PC-Software “Reolink-Client” findet nur LAN- und WLAN-Kameras, aber nicht die Go PT. Ein Problem welches sich aber mit einem Update beheben lassen sollte. Ich hoffe, hier wird noch nachgebessert.

Überwachungskamera mit Solarpanel

Zur Reolink Go PT ist ein Solarpanel erhältlich, welches mir zum Test auch vorliegt. Sobald das Sonnenlicht es zulässt, lädt dieses auch zuverlässig. Mehr lässt sich im Rahmen des Testzeitraumes leider nicht sagen. Einerseits haben wir seit Tagen trübes Wetter, andererseits geht das intensive Testen weit über den üblichen Gebrauch hinaus. Es ist während des Zeitraumes also gar nicht möglich, dass der Akku der Kamera so schnell geladen wie verbraucht wird.

Anhand meiner bereits langen Erfahrung mit einer Reolink Argus 2 und einem Solarpanel kann ich aber bestätigen, dass bei normalem und wechselhaften Wetter ein manuelles Nachladen des Akkus nicht nötig ist.

Das günstige Solarpanel

Fazit: Test Überwachungskamera Reolink Go PT

Die Reolink Go PT überzeugt vor allem durch eine brillante Bidqualität. Egal ob Sonnenschein, trübes Wetter oder gar Regen bei Nacht, die Aufnahmen erreichten eine sehr gute Qualität.

Reolink Go PT Testsiegel

Extrem gut ist die Ausleuchtung bei Nacht mittels Infrarot-LEDs. Selbst Bereiche in über 18 Meter Entfernung werden noch erhellt. Ich habe bereits einige Überwachungskameras getestet und keine konnte auch nur annähernd ähnliche Werte erzielen.

Das Schwenken der Kamera funktioniert erstklassig, wenn auch die etwa 2 Sekunden zeitverzögerte Bildübertragung eine Feinjustierung doch deutlich erschwert. Wünschen würde ich mir noch eine Programmierbarkeit des Schwenkvorgangs, damit in vorgegebenen Zeitabständen eine Rundrumaufnahme ausgelöst werden kann.

Die Datenübertragung per 4G LTE funktionierte im Test der Überwachungskamera anstandslos. Der Verbindungsaufbau erfolgte inklusive Bildübertragung innerhalb von 3-4 Sekunden, was nur unmerklich langsamer als bei einer WLAN-Kamera ist. Datenabrisse während der Übertragung konnten nicht festgestellt werden.

Insgesamt konnte die Reolink Go PT mit guten bis sehr guten Testergebnissen abschließen. Leider muss man durch die Nutzung des Mobilnetzes gänzlich auf eine Anbindung an die Smarthome-Technik verzichten. Daran sollte noch gearbeitet werden.


 

3 Responses

  1. Christoph Meier sagt:

    Sehr interessanter Beitrag. Vielen Dank für die Informationen.

  2. Frank Zielke sagt:

    Wie kann ich die Kamera per App aus bzw einschalten?

    • Hallo Frank,

      da die Kamera einen mechanischen Schalter besitzt, lässt sie sich per App gar nicht ausschalten. Sie bleibt immer auf Standby, was anders auch keinen Sinn machen würde, da man sie sonst per App nicht wieder einschalten könnte.
      Du kannst maximal die Überwachung deaktivieren, wodurch sie nichts mehr überwacht und auch nichts aufzeichnet. Dann hat sie nur noch einen minimalen Stromverbrauch.

      Gruß Ricc

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