Zyklonabscheider Bauanleitung

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Jeder weiß sicher, was Staubsaugerbeutel kosten und wie schnell diese beim sägen oder fräsen voll sind. Daher ist es ratsam, diese groben Späne schon vorher zu trennen.

mit einem Zyklonabscheider

Für Einsteiger erst ein paar Erklärungen:

Was ist der Sinn eines Zyklonabscheider?
Jeder kennt das übliche Leiden, einmal richtig Späne gemacht, abgesaugt und der teure Staubsaugerbeutel ist wieder mal voll. Das geht ordentlich ins Geld, ist aber oft einfach nötig. Der Zyklonabscheider ersetzt nicht den Staubsauger, soll aber schon vor dem Staubsaugerbeutel den größten Schmutz anfangen und somit ein schnelles Füllen des Beutels verhindern.Zyklon1Wie wird der Zyklonabscheider angeschlossen?
Der grundsätzlich Aufbau ist recht einfach. Man benötigt vor dem Staubsauger ein größeres Gefäß mit zwei Löchern. In eins kommt der Schlauch vom Staubsauger (blau) und an das andere der neue Saugschlauch, mit dem nun gesaugt wird (grün).Wie funktioniert der Zyklonabscheider?
Bei einem Zyklonabscheider wird sich die Fliehkraft, die bei einer Drehbewegung entsteht zu nutze gemacht. Wie bei einem Kettenkarussell zieht es alles drehende nach außen. Im Falle eines Zyklonabscheiders wird diese Fliehkraft nun aber durch das Gehäuse des Abscheiders begrenzt, der Schmutz reibt an der Außenwand, wird dadurch gebremst und fällt nach unten.Zyklon2Wie wird die Drehbewegung im Zyklonabscheider erreicht?
Entscheidend ist hier der Luftzug. Abgesaugt (blau) wird mittig oben und die zuführende Luft (grün) wird seitlich an der Außenwand entlang zugeführt. Diese Einströmrichtung gibt den Windwirbel vor.

Basis

Rum stehen hatte ich eigentlich schon alles: Ein passendes Brett (MDF), einen Werkstattsauger (20€ – Ebaybeute) und einen Leistungsstarken und sehr leisen Sauger. Dieser Sauger war der bisher kräftigste, den ich im Haushalt hatte. Nur leider taugten die Materialien nichts. Ein Teil nach dem anderen brach ab und der Saugschlauch bestand fast nur noch aus Klebeband.
Aber die Leistung…. Klar, dass ich den nicht entsorgen konnte.

 

Nut und Zuschnitt

Im Grunde ist nichts großes bei. Mitte der Platte anreißen, Durchmesser vom Saugerbehälter übernehmen und dann endlich den gebauten Fräszirkel einweihen.   Die Nut um den Deckel auf den Sauger zu stecken fräste ich mit einem 6mm Schaftfräser etwa 1cm tief gefräst.

Danach den Fräszirkel größer stellen (was die Platte her gab) und aus der eckigen Platte einen runden Deckel gemacht. Dazu habe ich etwa ¾ von der einen Seite gefräst, die Platte umgedreht und den Rest von der anderen Seite gemacht. Würde sicher auch von einer Seite gehen, aber dann hätte ich das Deckelmaß gleichzeitig auf meine Werkbank übertragen. Nach dem Ausfräsen habe ich den Fräszirkel minimal verkleinert und bin die ganze Form nochmal nachgegangen.

Test: Passt absolut genial.

 

Mittelloch und Test

Nun noch mit der passenden Lochsäge den Saugeranschluss einbringen (mit Bündigfräser glätten), Kanten fasen und über das erste gute Ergebnis freuen.

 

einfach nur Deckel ist bei mir nicht

Um später den Zykloneffekt richtig „einzustellen“ muss man sehen was im Zyklonabscheider passiert. Sehen! Also gehören Gucklöcher in den Deckel. ….fiel mir so mittendrin ein….

Dumm nur, wenn man das Zentrierloch schon ein wenig vergrößert hat. Also etwas Klebeband um das ausgesägte Stück, wieder reinpfriemeln und schon ist die Zentrierung wieder da.

Mit dem Fräszirkel und einem Bleistift habe ich mir als erstes die Durchmesser der Fenster angezeichnet. Komplett aussägen geht natürlich nicht, sonst fällt der Deckel auseinander. Also mussten noch ein paar Stege stehen bleib. Als Maß habe ich mir einfach die Breite meines Winkels angenommen. Diesen in die Zentrierung einhängen und schon kann nichts schief gehen. Die 90° versetzten Stege zeichnete ich mit Hilfe eines zweiten Winkels an.

 

Fenster fräsen

Da man bei 2cm Brettstärke mehrmals fräsen muss und ich links und rechts immer an selben Stelle aufhören wolle, habe ich die Schraubzwingen zum Halten des Deckels so angesetzt, dass sie gleichzeitig als Anschlag für die Oberfräse dienten. Nun ging es problemlos hin und her.

Um dann die gerade Stücke zu fräsen reichte eine alte Wasserwaage zur Führung und links und rechts habe ich halt vorsichtig bis in die fertige Rille gefräst.

Zum Schluss von oben noch eine Fase und gut schauts aus.

 

Freifräsung

Hier stand ich vor einem kleinen Problem. Wie bekommt man einen sauberen Absatz gefräst in dem man das Plexiglas von hinten einkleben kann? Für andere Ideen wäre ich dankbar.

Die Lösung war dann ein Radiusfräser. Wie der Name schon sagt hinterlässt dieser zwar unten einen Radius, aber auch ein gutes Stück senkrechter gerader Fläche an der ich dann nochmal mit einem Schaftfräser entlang den Radius entfernen konnte. Ich hoffe, man erkennt es auf den Bildern.

 

Plexiglas

Das nächste Problem war das Plexiglas. Irgendwo flog noch ein Stück rum, teilweise etwas zerkratzt aber für einen Werkstattsauger absolut ausreichend. Nur das Zusägen…. Mit der Dekupiersäge, grobes Sägeblatt und eiligem Vorschub, konnte man sägen ohne, dass es hinterher wieder zuklebte. Nur in dem eiligen Tempo kann man kaum Konturen sägen. Meinen Zuschnitt zeige ich hier deshalb nicht genauer 🙂

 

Lack und Scheiben einkleben

Damit der Deckel optisch etwas besser passt, sollte er schwarz werden. Da MDF sehr saugstark ist, habe ich in der Nacht schon mal dick mit Wasserfarbe vorgepinselt. Am nächsten Tag dann nochmal etwas geschliffen und mit dem PFS 65 gesprüht. Offensichtlich war die Farbe wohl etwas zu dick, landete als Sprenkel auf dem Teil und erschuf eine Oberfläche in Hammerschlag-Optik. Gut, es ist der Deckel eine Saugers und so galt mein Lieblingsspruch „Egal, ich lass das jetzt so.“
Zum Trocknen habe ich den Deckel dann hingelegt und die Optik legte sich auch etwas.

Zu guter Letzt wurden von hinten die Plexiglasplatten mit Silikon eingeklebt. Ich habe extra darauf verzichtet es als ordentliche Fuge abzuziehen, um kein Silikon auf die sichtbaren Flächen zu schmieren.

 

mein Zyklonabscheider – erste Ergebnisse

Über den Autor:

Ich - gelernter Zerspanungsmechaniker, Hausbauer, Heimwerker und Familienvater mit einer ausgeprägten Internetaffinität.

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